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Tödliche Optik: Vorsicht vor Hunden aus Qualzucht

Der kleine Mops mit dem platten Schnauzerl, die Englische Bulldogge mit den knautschigen Falten, der Mini-Chihuahua mit den großen Kulleraugen – sie alle teilen dasselbe Schicksal: Für ihre besondere Optik zahlen sie einen hohen Preis. Ihr vermeintlich niedliches Aussehen ist das Ergebnis einer so genannten Qualzucht.

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Die Krankenakte liest sich wie aus einem Gruselfilm, die Tierarzt-Rechnungen betragen den Wert eines Kleinwagens: Als Michaela S. aus Wien im Sommer 2012 einen Französische Bulldogge-Welpen von einer vermeintlich seriösen inländischen Zucht kaufte, ahnte sie nicht, dass damit ein acht Jahre währender Leidensweg beginnen würde. Sein Aussehen wurde Hund Connor – wie so vielen anderen Tieren aus sogenannten Qualzüchtungen – zum Verhängnis: Nach fünf schweren Operationen und unzähligen Behandlungen beim Tierarzt musste Connor heuer eingeschläfert werden.

 

Leider ist Connor kein Einzelfall. Der kleine Mops mit dem platten Schnauzerl, die Englische Bulldogge mit den knautschigen Falten, der Mini-Chihuahua mit den großen Kulleraugen – sie alle teilen dasselbe Schicksal: Für ihre besondere Optik zahlen sie einen hohen Preis. Ihr vermeintlich niedliches Aussehen ist das Ergebnis einer so genannten Qualzucht.

Die Französische Bulldogge Connor musste aufgrund seiner Zuchtmerkmale unermessliches Leid erfahren.

 

Bei der Qualzucht werden bewusst Tiere mit besonderen (optischen) Eigenschaften verpaart, die bei den Nachkommen zu Schmerzen, Leiden, Schäden oder Angst führen werden. Nach dem Tierschutzgesetz ist das verboten – dennoch ist der Markt groß.

Eines der bekanntesten Qualzuchtmerkmale ist die sogenannte Brachycephalie: Durch die Kurzköpfigkeit sind bei den betroffenen Rassen auch die Nasen verkürzt. Ständige Atemnot, die unter Belastung oder höheren Temperaturen (bereits ab 20 Grad Celsius) schnell lebensbedrohlich werden kann, gehört zum Alltag dieser Tiere.

Weniger bekannt, aber ebenfalls dramatisch sind die Folgen, die besondere Farbschläge – also außergewöhnlichen Fellfarben – bei Hunden haben können: Das Merle-Gen, das für eine Aufhellung der ursprünglichen Farbe sorgt, kann beim Tier zu Taubheit führen. Das Dilute-Gen, mit dem silber- oder champagnerfarbene Haarkleider geschaffen werden, geht häufig mit einer Immunschwäche und hohen Anfälligkeit für Allergien und Magen-Darm-Probleme einher.     

 

Die Stadt Wien setzt sich mit Aufklärung und strengen Kontrollen dafür ein, dass Angebot und Nachfrage nach solchen Tieren aus quälerischer Zucht eingedämmt werden. „Wer sich einen Hund mit Qualzucht-Merkmalen anschafft, riskiert nicht nur großes Leid und hohe Behandlungskosten, sondern verstößt auch gegen das Tierschutzgesetz“, warnt Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle Wien.

 

Wer sich einen treuen tierischen Begleiter an seiner Seite wünscht, sollte sich zunächst im TierQuarTier Wien umschauen. Hier warten verschiedenste Hunde auf ein neues, liebevolles Zuhause.

Die Tierschutzombudsstelle Wien hat auf ihrer Website einen umfassenden Schwerpunkt zum Thema Qualzucht eingerichtet.

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zu Rassen und Merkmalen.

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