Hilfe bei Angst vor Gewitter

Die warme Jahreszeit ist da, mit ihr leider ebenfalls die für den Sommer üblichen heftigen Gewitter. Was tun, wenn der eigene Hund gewitterängstlich ist?

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Unterschlupf

Viele Hunde suchen bei Angst gerne einen sicheren Unterschlupf auf. Hierfür eignet sich zum Beispiel eine mit Decken abgeschirmte Hundebox, die nur auf einer Seite offen ist. In ihrer Not flüchten unsere Fellnasen aber auch gerne in Bad/Toilette oder einen anderen Raum, der möglichst weit von den Fensterfronten entfernt ist. Auch offene Schranktüren stellen oft einen dunklen, höhlenartigen Zufluchtsort dar.

Beobachten Sie Ihre Hunde und richten Sie ihnen dort, wo sie zumeist hinflüchten, eine gemütliche Ecke ein. Nehmen Sie sich gleich selbst ein paar Pölster und einen Krimi mit, damit Sie in der Nähe Ihres Schützlings bleiben können.

Blitz und Donner

Gerade in der Nacht sind für viele Hunde die Blitze noch gruseliger als der Donnerschlag. Wenn es im trauten Heim dunkel ist, treten diese noch markanter in den Vordergrund.

Ein laufender Fernseher erfüllt da gleich mehrere Zwecke: Zum einen nimmt die Geräuschkulisse dem Donner seine überraschend knallende, erschreckende Wirkung. Das flackernde Licht wiederrum lässt den Blitz nicht ganz so hell und abrupt erscheinen.

Außerdem ist das Fernsehergeräusch für viele Hunde ein Zeichen für Entspannung, wird er doch häufig abends aufgedreht, wenn die Zweibeiner zur Ruhe kommen wollen. Der Wert so eines Entspannungssignales ist nicht zu unterschätzen.

Um dem Blitz in der Nacht beim Schlafen die Spitzen zu nehmen, hilft auch ein kleines Nachtlicht, wie man es für Kinder kaufen kann. Im besten Fall wechselt dieses in regelmäßigen Abständen die Farbe und sorgt dadurch für ein zusätzliches Lichtspiel.

Bewegung oder Einschränkung?

Ängstliche Hunde möchten sich oft bewegen, geraten dann aber in einen im wahrsten Sinne des Wortes „ungehaltenen“ Zustand. Ob IhrHund daher zitternd in seinem Unterschlupf sitzt oder durch die ganze Wohnung „flüchtet“, den meisten Hunden hilft ein sogenanntes Thundershirt ganz enorm. Es wird recht eng um den Hundekörper gewickelt und wirkt ähnlich wie TTouch-Bandagen beruhigend.

Manchen Hunden hilft es, am Brustgeschirr angeleint in der Nähe ihres Herrchen/Frauchen zu bleiben. Anleinen ist jedenfalls bei panischen Hunden empfehlenswert, die auch versuchen nach draußen zu gelangen. Vorsicht: Es gibt Hunde, die in ihrer Not gegen Glasfenster und Türen springen und sich dabei schwer verletzen.

Wer einen wirklich panischen Hund hat, tut gut daran, einen Schutzort aufzusuchen, an dem das Gewitter nicht in seiner vollen Kraft erlebt wird. Für BesitzerInnen eines Garagenparkplatzes sind Tiefgaragen in solchen Situationen ein Segen.

Nicht alleine lassen

Auf jeden Fall gilt: Lassen Sie Ihren Hund nicht im Stich, wenn er Ihre Hilfe sucht. Versuchen Sie, Ruhe zu bewahren (Atemübungen) und Ihren Hund zu unterstützen. Das lassen viele ängstliche Hunde auf den ersten Blick nicht zu. Auch wenn Ihr Schützling sich aber völlig zurückzieht und in einen Unterschlupf begibt, hilft es ihm, wenn Sie in regelmäßigen Abständen nach ihm schauen gehen und ein paar aufmunternde Worte für ihn haben.

Wenn Sie wissen, dass Ihr Hund sich vor Gewittern fürchtet, dann haben Sie bitte immer ein Auge auf den Wetterbericht. Nichts ist für Ihren Hund schlimmer, als bei einem Sturm alleine zu Hause zu sein.

Training

Angst wird selten von selbst schwächer – sie wird im Normalfall mit jedem zusätzlichen Erlebnis stärker. Training mit Geräuschdesensibilisierung ist daher immer eine gute Idee für Hunde, die besonders Angst vor dem Donner haben. In professionellen Händen können aber auch ganz andere Auslöser der Angst ausgemacht werden (z.B. die Luftdruckveränderung vor einem Wetterwechsel) und Entspannungssignale und Rituale geübt werden.

Redaktioneller Hinweis: Wir bedanken uns bei Simone Gräber, tierschutzqualifizierter Hundetrainerin und akademisch geprüfter Kynologin, für die Zurverfügungstellung dieses Textes.

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