Warnung von dem Hunde

Hunde wollen keinen Streit. Wenn Sie die Warnsignale von Hunden richtig lesen können, lassen sich Eskalationen wie Bissvorfälle vermeiden.

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Hunde beißen nicht ohne Vorwarnung und auch nicht ohne Grund zu. Hunde beißen erst dann, wenn sie keinen anderen Ausweg mehr sehen. Davor senden Hunde normalerweise eine Reihe von Signalen aus, die zur Deeskalation der Situation beitragen sollen. Diese reichen von Beschwichtigungssignalen bis zu Drohgebärden.

Fühlt sich ein Hund in einer Situation unwohl, gestresst oder gar gefährdet, so wird er eine von vier charakteristischen Verhaltensweisen, den sogenannten „4 Fs“, zeigen. Wann welcher Hund welche Option wählt, hängt von seinem Temperament, seinen Erfahrungen und der Situation ab.

 

Andere Hunde erkennen diese Signale sehr früh und respektieren diese auch, weshalb es nur in seltenen Fällen zu Ernstkämpfen kommt. Wir Menschen erkennen leider oft erst sehr intensive Signale wie das Knurren oder Schnappen. Ignoriert man aber die ersten Anzeichen immer wieder und straft den Hund womöglich für intensive Signale auch noch, anstatt ihm die gewünschte Distanz zu geben, so kann man ihn dazu trainieren, in der nächsten bedrohlichen Situation ohne Voranzeichen sofort zuzubeißen.

Bei einem bereits massiv bedrohten Hund wechselt die Körperhaltung oft zwischen Angriffshaltung und Fluchtversuch. Dementsprechend wird das Gewicht auch verlagert (Gewicht nach vorne, um angreifen zu können; nach hinten, um zu fliehen). Der Hund entblößt beim Drohen seine Zähne, der Nasenrücken wird oft in Falten gelegt. Der Hund ist angespannt. Eventuell uriniert der Hund bei starker Angst und zieht den Schwanz ein, während er droht. Die Laute reichen von Knurren über Bellen, Zähneklappern und Fiepen bis hin zum Winseln.

Vermeiden Sie eine Eskalation! Erkennen Sie Beschwichtigungssignale richtig und geben Sie Ihrem Hund die Möglichkeit, aus der Situation herauszukommen. Sollte sich diese Situation in Zukunft wiederholen (z.B. Fellpflege), gestalten Sie sie für den Hund angenehmer (z.B. Fell gegenhalten, damit das Bürsten nicht reißt) und arbeiten Sie schrittweise daran, dass sich der Hund in dieser Situation künftig nicht mehr bedroht fühlt (z.B. kurze Einheiten und Belohnung für ruhiges Verhalten). Geben Sie Ihrem Hund außerdem genug Raum, um gewünschte Signale zeigen zu können (beispielsweise Bogen gehen, wenn ein anderer Hund sich nähert, anstatt mit ihm bei Fuß frontal auf diesen zuzugehen)!

Je mehr wir über die Kommunikation von Hunden untereinander wissen, umso eher können wir gefährliche Situationen von vornherein vermeiden und richtig reagieren. Es liegt an den HundehalterInnen, ihre Hunde gut zu sozialisieren, damit sie sich später konfliktfrei verständigen können.

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