Lass uns spielen!

Aber bitte nicht mit dem Balli! Ihr Hund hat doch viel mehr drauf. Wir haben fünf tolle Ideen, wie Sie Ihren Hund mit Grips und ganz viel Spaß beschäftigen.

© TOW|Alexandra Feher© TOW|Alexandra Feher

1. Beschäftigungsspiele zum Mitdenken

Hunde denken, und wie auch wir brauchen sie nicht nur körperliche Beschäftigung, sondern auch mentale Stimulation. Eine Art davon ist das Erkunden der Welt, denn alle neuen Eindrücke wollen verarbeitet werden. Eine andere Möglichkeit ist die Nasenarbeit. Auch das Clickertraining erfordert das (Mit-)Denken des Hundes, das Probieren verschiedener Lösungen und das Kombinieren von Erfahrungen. Zahlreiche Spiele kann man selbst basteln, z.B. eine Klopapierrolle mit Futterstückchen füllen und dann vorne und hinten zudrücken, so dass der Hund sie öffnen muss, um an das Futter zu gelangen. In Tierhandlungen gibt es auch eigenes, geeignetes Hundespielzeug wie z.B. Kong, Bälle mit Öffnungen, Holzspielzeuge.

2. Bodenarbeit

Eine Beschäftigung, die auch das Selbstbewusstsein und die Koordination von Hunden fördert, ist das konzentrierte, langsame Überqueren von Hindernissen. Legen Sie z.B. eine Leiter auf den Boden und locken Sie (ohne Futter!) Ihren Hund so darüber, dass er sich darauf konzentriert, wie er seine Beine setzen muss, um nicht zu stolpern. Wichtig ist, dass der Hund sich den Weg selbst erarbeitet – Sie unterstützen ihn dabei. Diese Übung hilft dem Hund, Selbstvertrauen aufzubauen, und ist auch sehr geeignet für nervöse Tiere, die so Stress abbauen und lernen, ihren Körper bewusst wahrzunehmen.

3. Nasenarbeit

Hunde nehmen sehr feine Gerüche wahr, und diese Sinneswahrnehmung ist für sie mit starken Gefühlen verbunden. Diese tolle Gabe können wir fördern und nutzen durch Fährten lesen, das Suchen und Holen von verlorenen Gegenständen, die Leckerli-Suche auf der Wiese etc.

Beispiel Leckerli-Suche: Halten Sie den Hund vorsichtig am Brustgeschirr, um einige Leckerbissen vor ihm auf den Boden zu werfen. Natürlich wird er hinlaufen und sie aufessen, sobald Sie ihn loslassen. Werfen Sie die Leckerbissen zunehmend weiter voneinander entfernt aus. Wenn dies gut klappt, sagen Sie ein Signalwort wie „Such“, immer bevor Sie ihn loslassen. Später können Sie Leckerbissen verstecken, ohne dass er dabei zusehen kann, und ihn dann durch das Signal zum Suchen ansetzen. Versteht er dies nicht gleich, machen Sie die Übung wieder leichter.

Wichtig ist der Spaß, den Sie beide daran haben werden. Später können Sie es auch schwieriger machen, indem Sie Leckerlis auf Erhöhungen legen, unter Blättern verstecken etc. Auch das Verstecken eines sogenannten Futterdummys, Mantrailing oder Geruchsunterscheidung sind gute Nasenarbeit-Übungen für Fortgeschrittene. Wichtig ist, dass Sie alle Übungen schrittweise einführen und nicht alle Schritte an einem Tag bzw. in einer Trainingseinheit üben. Machen Sie immer genügend Pausen nach einigen Wiederholungen!

4. Tricktraining

Tricks und andere Übungen gemeinsam mit Halter oder Halterin zu erarbeiten, macht Hunden nicht nur Spaß, es festigt auch die Bindung zwischen Mensch und Hund. Außerdem ist das Erlernen von Tricks eine wunderbare Möglichkeit, Hunde auch geistig auszulasten und zu beschäftigen, wenn ausgiebige Spaziergänge aus Zeitmangel oder an zu heißen/kalten Tagen nicht möglich sind.

Auch eher unsichere Hunde profitieren von Aufgaben, die nichts mit dem oft stressigen Alltag zu tun haben. Hier können sie lernen, kleine Probleme ohne Druck zu lösen, und dadurch mehr Selbstvertrauen in sich und in ihre eigenen Fähigkeiten entwickeln.

5. Medical Training

Beim Medical Training geht es vor allem darum, dem Hund bei unangenehmen Handlungen ein Mitspracherecht zu geben und die Möglichkeit, zu signalisieren, wenn es ihm zu viel wird. Auf diese Art und Weise lernen Hunde, ihren HalterInnen in unangenehmen Situationen oder gar schmerzhaften Handlungen zu vertrauen. Tierarztbesuche, die tägliche Körperhygiene und auch die Medikamentengabe zuhause, die oft in einen Kampf zwischen Hund und HalterIn ausarten, können so zu einer bewussten Übung gemacht werden.

Zerrspiele, Ball- und Rennspiele sind für Hunde sehr aufregend und sollten deshalb nur bedingt durchgeführt werden. Vor allem wenn Sie einen nervösen Hund haben, sind diese Spiele kontraproduktiv. Hier wäre eher Nasenarbeit angesagt, damit sich der Hund beruhigt.

Share this pageFacebookTwitterDrucken

Um Ihnen den bestmöglichen Service bieten zu können, verwendet diese Website Cookies und Services (z.B. Google Maps) von Drittanbietern. Mit der Benutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen

OK