Ruhig, Blonder!

Hunde zeigen uns und ihren Artgenossen genau an, wenn sie sich in einer Situation nicht wohl fühlen. Wer die sogenannten Beschwichtigungssignale kennt, kann Konflikte vermeiden.

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Beschwichtigungssignale sind körpersprachliche Signale, die anzeigen, wenn sich ein Hund z.B. nicht wohlfühlt, es ihm zu eng wird oder er sich bedroht fühlt. Wenn entsprechend darauf eingegangen wird und der Hund zum Beispiel von Halterin oder Halter aus der Situation herausgeholt wird, lernt der Hund, dass es sich auszahlt, mit uns Menschen oder anderen Hunden zu kommunizieren. Werden diese Signale indes über längere Zeit hinweg ignoriert, lernt der Hund, dass die Beschwichtigungssignale keine Wirkung haben und wird die Kommunikation mit uns oder anderen weitestgehend einstellen. Dann besteht die Gefahr, dass der Hund andere Strategien (z.B. weglaufen, angreifen) wählt, um sich Abhilfe zu schaffen.

 

Die wichtigsten Beschwichtigungssignale

Abwenden von Blick, Kopf oder Körper

Dieses Signal wird häufig eingesetzt, besonders wenn dem Hund etwas oder jemand zu nahe ist. Oft wird es nur im Ansatz gezeigt. Man kann es selbst einsetzen, um ein Hochspringen zu verhindern oder um einem schüchternen Hund die Annäherung zu erleichtern.

Hinterteil zuwenden

Indem der Hund den Kopf ab- und den Rücken zuwendet, dreht er jenen Teil seines Körpers weg, mit dem er sonst drohen könnte.

Kopf senken

Dieses Signal kann nur angedeutet werden oder auch so stark gezeigt werden, dass der Hund den Kopf bis zum Boden senkt. Das Kopfsenken ist die Vorstufe zum Schnüffeln.

Schnüffeln

Beim Schnüffeln als Beschwichtigungssignal ist nichts Interessantes am Boden zu riechen. Die Nase des Hundes ist oft auch ein wenig über dem Boden und der Blick auf das Gegenüber gerichtet.

Kratzen

Wirkt ähnlich wie das Schnüffeln, indem es die Aufmerksamkeit des anderen Hundes ablenkt, im Sinn von: „Ich bin gerade mit etwas ganz anderem beschäftigt und gar nicht an einem Konflikt interessiert.“

Über die Schnauze lecken

Dieses Signal ist nur kurz zu sehen, wird aber oft einige Male wiederholt. Die Zungenspitze wird dabei ganz schnell herausgestreckt und wieder eingezogen. Manchmal leckt der Hund aber auch bis zu seiner Nasenspitze hinauf.

Urinieren

Harnabsatz wird von Hunden auch als Kommunikation eingesetzt oder dient der „sozialen“ Einladung für andere Hunde.

Dazwischengehen (Splitten)

Splitten ist das Trennen von zwei Individuen, die zu nahe beieinander sind bzw. zu wild miteinander umgehen und bei denen der Hund daher befürchtet, dass sie einen Konflikt haben könnten, wenn er nicht eingreift. Splitten erfolgt, indem der Hund sich zwischen die beiden stellt oder zwischen ihnen durchläuft. Versucht ein Hund zwei sich umarmende Menschen so zu trennen, ist er zumeist nicht eifersüchtig, sondern befürchtet einen Konflikt zwischen den beiden!

Gähnen

Gähnen wird von manchen Hunden zur Kommunikation als Beschwichtigung eingesetzt, erfolgt aber auch aus Müdigkeit oder kann ein Zeichen von Stress beim Hund sein.

Langsame Bewegungen/Stehenbleiben

Mit langsamen Bewegungen bis zum Stehenbleiben versuchen Hunde manchmal, einen drohenden Konflikt zu entschärfen. Sind Sie gerade ärgerlich und rufen den Hund zu sich und dieser kommt besonders langsam, so tut er das nicht, um Sie zu ärgern, sondern um Sie nicht noch weiter zu provozieren.

Vorderkörpertiefstellung („Verbeugen“, „Strecken“)

Die Vorderkörpertiefstellung kennt man aus der Spielaufforderung. Dort ist sie aber mit Bewegung, Bellen und einer fröhlichen Stimmung verknüpft. Beobachten kann man sie aber auch, wenn Hunde sich einfach nur strecken und dehnen. Als Beschwichtigungssignal wirkt sie eher ruhig und wird oft in Kombination mit weiteren Beschwichtigungssignalen eingesetzt.

Hinlegen

Besonders das Hinlegen ist ein starkes Beschwichtigungssignal. Dieses Signal wird auch und gerade von sehr selbstsicheren Hunden gezeigt, um z.B. andere Hunde, die zu wild spielen, zu beruhigen.

Bogen gehen

Hunde nähern sich einander üblicherweise nicht frontal, sondern sie gehen normalerweise einen kleinen Bogen. Daher immer darauf achten: Wenn Sie einem Hund begegnen, geben Sie Ihrem Hund genügend Leine, um diese Geste zu ermöglichen.

Die Pfote anheben

Der Hund hebt eine seiner Vorderpfoten leicht an, wobei er stehen oder sitzen kann.

Blinzeln

Unterbricht den direkten Blickkontakt; vor allem ein starrer Blick gilt zwischen Hunden als unhöflich.

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